Das Haus Padtberg in Witten hat inzwischen eine 120-jährige Geschichte. Der „Bau-Erlaubnis-Schein“ – die damalige Baugenehmigung – wurde am 20.03.1906, nur einen Tag nach dem Bauantragsdatum, ausgestellt. Noch im selben Jahr wurde das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus durch das ehemalige „Bauunternehmen Gebr. Padtberg“ aus Bochum-Laer fertiggestellt und lange Jahre genutzt.
Im Erdgeschoss befand sich ursprünglich ein kleiner Laden, in dem zunächst „Kolonialwaren und Molkereiprodukte“, später „Lebensmittel“, verkauft wurden. Das große Erdgeschossfenster auf der linken Seite erinnert noch an das frühere bodentiefe Schaufenster. Der Laden wurde 1964 geschlossen und mit den Wohnräumen auf der rechten Gebäudeseite zu einer großen Wohnung zusammengelegt. Seitdem befinden sich insgesamt sechs unterschiedlich große Wohneinheiten im Gebäude.
Das Haus wechselte in der Folgezeit mehrfach die Besitzer, leider wurde jedoch kaum noch in die Instandhaltung investiert. Wir haben das Potential des damals heruntergekommenen Gebäudes erkannt und es nach Jahrzehnten der Vernachlässigung und des Niedergangs im Jahr 2021 übernommen, um es seit 2022 umfassend und liebevoll zu sanieren.
Nach dem Austausch der Fenster und der maroden Haustechnik erfolgte 2024 unter anderem die lange überfällige Instandsetzung der im Stil der letzten Jahrhundertwende gefertigten Stuckfassade. Neben der floralen Ornamentik und den filigranen Schmuckrahmungen der Fenster verleihen die Gesimse – insbesondere das massive Traufgesims – sowie die auf dem geschweiften Schmuckgiebel hervorgehobene Jahreszahl 1906 dem Gebäude seinen besonderen Charakter. Nach der Sanierung der Stuckfassade ist das Gebäude nun wieder ein echtes Schmuckstück.
Im Vergleich zu vielen ähnlich alten Gebäuden ist im Haus Padtberg nicht nur der Grundriss, sondern auch die historische Ausstattung nahezu vollständig erhalten. Eine echte Besonderheit! Im Anschluss an die Fassadensanierung wurde nach Freizug einiger Wohnungen auch im Inneren investiert, wobei viel Wert auf historische Authentizität gelegt wurde. Alte Bauteile wurden soweit wie möglich erhalten und fachgerecht restauriert, fehlende Teile sind gleichartig ergänzt worden.
Bereits beim Betreten des Gebäudes versprühen der Terrazzoboden im Korridor, das hölzerne Treppenhaus sowie die historischen Wohnungstüren wieder ihr ganz besonderes Flair. An verschiedenen Stellen konnten sogar die historischen Farbfassungen der Wände und Türen sichtbar gemacht werden, die nun als geschichtliche Zeitfenster einen anschaulichen Eindruck vom ursprünglichen Aussehen des Treppenhauses bieten.
Das wohlige Ambiente der kernsanierten Wohnungen wird durch eine Kombination aus moderner Ausstattung, den 3 m hohen Decken, den historischen Holztüren mit ihren bauzeitlichen Türgriffen aus Messing sowie durch die hölzernen Sockelleisten bestimmt.
Nach der umfänglichen Sanierung ist das Haus Padtberg nun wieder fit für die nächsten 120 Jahre.